Kalrsbad ist der größte und bekannteste Kurort in Westböhmen und ein bedeutendes
kulturelles und gesellschaftliches Zentrum. Die Heilbehandlung hat in Karlsbad eine mehr
als 600 Jahre lange Tradition. Als der größte Reichtum von Karlsbad gelten die warmen
Mineralquellen. Es gibt 12 Quellen. Die bekannteste Quelle ist der Sprudel oder Vridlo in
Tschechisch.
Die Heilwirkung des sogenannten Egerer Wasser war bereits im 12. Jahrhundert bekannt.
Der Anfang der Anwendung der heißen Karlsbader Quellen fällt in die Zeit der Regierung
König Karls IV. im 14. Jahrhundert.
Ein bedeutendes Karlsbader Merkmal ist, daß komplexe Kuren geboten werden. Durch die
Nutzung spezifischer Wirkungen natürlicher Heilquellen und wissenschaftlich begründeter
und praktisch bewährter Prozeduren, werden auf hohem Niveau folgende Erkrankungen
behandelt: Verdauungsstörungen, Entzündungen sowie Magen- und
Zwölffingerdarmgeschwüre, Erkrankungen der Gallenblase, der Speicheldrüse und der
Leber, Zustände nach Gelbsucht und Operationen der Verdauungsorgane, Diabetes mellitus,
Fettleibigkeit, Erkrankungen der Wirbelsäule und der Gelenke.
Die komplexe Kur erfolgt im Rahmen eines individuellen Kurprogramms zu einem
Pauschalpreis. Das bedeutet, dass dem Patienten auf Grund einer eingehenden Untersuchung
und Bestimmung einer genauen Diagnose, ein Komplex zweckmäßig aufeinander abgestimmtrer
Heilprozeduren und Eingriffe erstellt wird.
Eine große Rolle Im Behandlungsprozess spielen behandelnde Ärzte und speziell
geschultes Personal.
Ein Kuraufenthalt in Karlsbad ist bei andauernden Blähungen,
Stuhlverstopfungen, Sodbrennen, Durchfällen, Gelenkenschmerzen und unerwünschter
Gewichtzunahme besonders zu empfehlen. Im Verzeichnis finden Sie Erkrankungen die in
Karlsbad mit großem Erfolg geheilt werden.
Verdauungserkrankungen:
Chronische Magendyspepsie, Duodenumreflux, gutartige symptomatische Erkrankungen
der Speiseröhre, erosive Gastritis
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, Bulbitis mit Exazerbationen und in
Remission, chronische Dyspepsie nach Therapie sowie in Remission
Zustände nach Operationen von Speiseröhre, Magen und Duodenum
Chronische Darmstörungen mit Symptomen von Maldigestion oder Malabsorption,
Zustände nach schweren Darminfektionen und geheilten Parasitosen, Reizdarm. Habituelle
oder sekundär indizierte Obstipation
M. Crohn, Proctocolitis idiopathica
Zustände nach Dünn- oder Dickdarmresektionen, (betrifft nicht Appendektomie)
Chronische Erkrankungen der Gallenblase und Gallenwege mit und ohne Lithiase,
sofern Operation ungeeignet ist. Parasitosen der Gallenwege als Bestandteil der
konservativen Behandlung, präoperative Vorbereitung. Funktionelle Störungen der
Gallenwege
Zustände nach Operationen der Gallenblase und Gallenwege, nach endoskopischen
u.a. Eingriffen bei Stenose und Lithiase der Gallenwege. Zustände nach Dissolution von
Gallensteinen sowie extrakorporaler Lithothrypsie
Zustände nach akuter Hepatitis diverser Ätiologie sowie nach toxischer
(medikamentöser, profesioneller) Leberschädigung. Chronische aktive Hepatitis mit
anhaltenden Infektionsmarkern, Zustand nach Mononukleose mit Leberschädigung, angeborene
Störungen der Leberfunktion
Zustände nach akuter Pankreatitis oder nach Exazerbation chronischer
Pankreatitis, nachgewiesene chronische Pankreatitis, Zustände nach Operationen und
Transplantationen des Pankreas
Stoffwechselerkrankungen:
Diabetes mellitus, ausgenommen Indikationen unter IV/1 (Edukationsprogramm)
Diabetes mellitus mit Komplikationen (Mikro- und Makroangiopathie, Neuropathie)
Diabetes mellitus mit starker, schwer beeinflussbarer Fettleibigkeit
Fettleibigkeit
Hyperlipoproteinänie
Erkrankungen des Bewegungsapparates
Stoffwechselerkrankungen
mit Gelenkschädigung (Gicht-Arthritis, artikulare Chondrokalzinose, Ochronotische
Arthropathie u.a.)
Vertebrogenes
Schmerzsyndrom funktionellen oder degenerativen Urpsrungs.
Kontraindikationen:
Infektionskrankheiten
und Bazillenausscheidung
Sämtliche
Erkrankungen in akutem Zustand
Klinische
Symptome von Herzinsuffizienz; bösartige Arrhythmie
Zustände
nach tiefer Thrombose (innerhalb von 3 Monaten nach Abklingen der Krankheit)
Labiler
und dekompensierter Diabetes mellitus
Häufig
auftretende profuse Blutungen aller Art
Kachexie
Bösartige
Geschwülste während und nach der Behandlung mit klinischen Anzeichen einer
Fortschreitung der Krankheit
Aktive
Psychosen, Verwirrtheit
Epilepsie
mit Abstand des letzten Anfalls von weniger als 3 Jahren
Alkohol-
und Drogenabhängigkeit
Schwangerschaft
ab 4. Monat
Urin-
und Stuhl Inkontinenz
Nichtheilende
Hautdefekte diversen Ursprungs
Chemische Zusammensetzung des
Mineralwassers
Die Zusammensetzung der einzelnen
Mineralquellen ist im Grunde dieselbe. Die Quellen unterscheiden sich in der Temperatur
und dem Inhalt des Kohlendioxids und darum haben sie auch eine unterschiedliche Wirkung.
Die kühlen Mineralquellen haben gewöhnlich eine purgative Wirkung, während die Wirkung
der wärmeren Quellen beruhigend ist - sie verlängern die Ausscheidung der Galle und
Magersäfte. Von der Chemischen Zusammensetzung gehört das Karlsbader Heilwasser zu den
Natrium-Bikarbonat-Sulphat- Säuerlingen mit einem Mineralisierung um 6,4 g/l und einem
CO2 Gehalt von 560-980 mg/l.
Nur 12 von ungefähr 100 Mineralquellen verschiedener Ergiebigkeit
gebraucht man in der Trinkkur.
Nr.
Name
Kolonnade
t °?
L./M.
Öffnungszeiten
1
der Sprudel
Sprudel Kollonnade
73.0
2000
täglich 6-18.30 Uhr
2
Quelle des Karl IV.
Marktkolonnade
63,8
4,8
Rund um dei Uhr
3
Unterer Schlossbrunnen
Schlossbrunnen- kolonnade
Geschlossen
4
Oberer Schlossbrunnen
Schlossbrunnen- kolonnade
Geschlossen
5
Marktbrunnen
Marktkolonnade
61,6
4,9
Rund um die Uhr
6
Mühlenbrunnen
Mühlenbrunnen- kolonnad
52,7
4,5
Rund um die Uhr
7
Nymphenquelle
Mühlenbrunnen- kolonnade
60,1
4,8
Rund um die Uhr
8
Quelle des Fürsten Wenzel
Mühlenbrunnen- kolonnade
63,7
4,2
Rund um die Uhr
8?
Quelle des Fürsten Wenzel
Mühlenbrunnen- kolonnade
60.4
2,9
Rund um die Uhr
9
Libusa Quelle
Mühlenbrunnen- kplpnnade
59,6
3,1
Rund um die Uhr
10
Felsenquelle
an der Mühlen- brunnenkolonnade
45,4
2,0
Rund um die Uhr
11
Freiheitsquelle
Pavilion beim Bad III
59,0
5,5
Rund um die Uhr
12
Parkbrunnen
Militärkurhaus
39,6
1,5
Rund um die Uhr
Äußerliche Anwendung des Mineralwassers:
Perlbad Bad mit 37-38°C warmen Sprudelwasser. Durch Mikromassage der Haut kommt es zu einer
besseren Durchblutung und einer Entspannung des gesamten Organismus.
Kohlensäurebad
Bad 33-35°C mit Kohlendioxid angereichertem Sprudelwasser. Fördert die Durchblutung,
senkt den Blutdruck und bewirkt psychische Entspannung.
Zusatzbäder
Beeinflussen positiv den Bewegungsapparat, lösen Muskelverspannungen, haben
schmerzlindernde Wirkung. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Jodbäder, Kräuterbäder oder
Moorbäder.
Trockenes Kohlensäurebad
Der Körper des Patienten befindet sich in einem geschlossenen luftdichten Sack, der mit
Kohlendioxid gefüllt ist. Es kommt zu einer erhöhten Durchblutung der Gewebe, Senkung
des Blutdrucks, besseren Heilung von Wunden sowie Beseitigung von Muskelmüdigkeit.
Jodkaliumbad
Mineralwasserbad mit zugeführtem Jodkalium wirkt heilend bei Rückgrat, -und
Gelenkenschmerzen.
Kräuterbad
In ein Perlbad werden Kräuterextrakte zugemischt, die zusätzliche heilende Wirkungen
haben.
Whirlbad
Ganzkörpermassage mit Mineralwasserströmen.
Unterwassermassage
Stimuliert den Blutkreislauf, entspannt das Hautgewebe und verbessert die Funktion der
Gelenke.
Zahnfleischirigation
Mineralwassermassage des Zahnfleisches. Wird gegen Paradentose und
Zahnfleischentzündung eingesetzt.
Darmspülung
Wird bei chronischen Darmverstopfungen und zum Abführen schädlicher Stoffe aus dem
Verdauungstrakt eingesetzt.